| Gesellschaft für Informatik e.V.
Fachgruppe Programmiersprachen und Rechenkonzepte
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Der Sprecher Baltasar Trancón Widemann begrüßt gemeinsam mit den stellvertretenden Sprechern Peter Thiemann und Stefan Brunthaler die anwesenden 12 Mitglieder und eröffnet die Sitzung.
Die Tagesordnung wird ohne Gegenstimmen und Enthaltungen genehmigt.
Das Protokoll wird ohne Gegenstimmen und Enthaltungen einstimmig genehmigt.
Der Fachgruppensprecher berichtet weiters, dass im September 2025 das 23. Kolloquium "Programmiersprachen und Grundlagen der Programmierung (KPS)" in Feldkirchen-Westerham in Oberbayern erfolgreich stattgefunden hat. Stefan Brunthaler als Gastgeber und Organisator der KPS 2025 ergänzt, dass ihm die Ausrichtung der KPS 2025 eine große Freude gewesen ist und er gerne sieder als Veranstalter einer zukünftigen KPS wieder zur Verfügung stünde. Der Tagungsband zur KPS 2025 ist als Volume 1 in der Berichtsreihe des Forschungsinstituts CODE der Universität der Bundeswehr München erschienen und umfasst 142 Seiten. Stefan fügt an, dass er auch gerne bereit wäre, die Tagungsbände für die Fachgruppentreffen in Bad Honnef in gleicher Weise zu veröffentlichen.
Friedrich Steimann berichtet vom diesjährigen Treffen der Software-Engineering-Professoren, das wie seit vielen Jahren wieder am Rande der Software-Engineering-Konferenz SE unseres übergeordneten Fachbereichs Software-Technik stattgefunden hat, wo er die Fahne der Programmierung und Programmiersprachen hochhalte und sich dafür weitere Mitstreiter aus dem Bereich der Programmiersprachen wüsche. Im Zusammenhang mit diesem Treffen berichtet Friedrich, dass auf Ebene der DFG der vergleichbare Fachbereich ``Software-Technik und Programmiersprachen'' umbenannt worden sei in ``Software-Technik, Programmiersprachen und Quanteninformatik''. Im Unterschied dazu bestehe auf GI-Ebene weiter der Konflikt, dass der Fachbereich und eine seiner Fachgruppen namensgleich seien. Friedrich erinnert daran, dass der Antrag auf Umbenennung in ``Software-Technik und Programmierung'' auf dem Fachbereichstreffen im vergangenen Jahr einstimmig abgelehnt worden war. Die Programmiersprachen-Professoren müssten sich hier zahlreicher und stärker einbringen, sowohl auf Fachbereichsebene in der GI wie auch in der DFG. Das wird auch an Peter Thiemanns Kandidatur zum DFG-Fachkollegiaten bei der letzten Wahl deutlich, die bei der Übermacht der Software-Engineering-Professoren nicht durchdringen konnte und schließlich chancenlos blieb.
Friedrich berichtet in seiner Eigenschaft als gewähltes Mitglied des Präsidiums der GI ergänzend aus der Arbeit des Präsidiums:
Die GI verliere seit Jahren in absoluten Zahlen etwa 600 Mitglieder pro Jahr. Sie habe aktuell etwa 16.000 Mitglieder, darunter jedoch viele Nichtzahler. Die Mitgliedschaft werde oft gekündigt, wenn sich die Beitragsgruppenzuordnung ändere. Im Ergebnis seien die Mitgliedsbeiträge nicht mehr kostendeckend. Die Geschäftsstelle der GI in Berlin akquiriere aber erfolgreich Projekte und kompensiere damit das Defizit. Die Mitarbeiterzahl in Berlin läge inzwischen bei knapp fünfzig. Dadurch sei je ein Betriebsrat in den Geschäftsstellen in Bonn und Berlin eingerichtet und zusätzlich ein Gesamtbetriebsrat, wodurch die Steuerung der GI komplexer werde. Auf der anderen Seite ist positiv hervorzuheben, dass die GI durch die Aktivitäten ihrer Geschäftsstelle in Berlin zunehmend als kompetenter Ansprechpartner für die Politik wahrgenommen und gesucht werde. Eine Anfrage des Bundesverfassungsgerichts zu Fragen sozialer Medien sei ein Beispiel dafür. In Friedrichs Augen sei jedoch bedenklich, dass einige meinungs- und lautstarke Gruppen innerhalb der GI zu Informatik&Gesellschaft (inhaltlich häufig: Informatik&Frauen) und zu Datenschutz im Namen der GI sehr deutliche Positionen verträten, die aber nicht automatisch einen Konsens innerhalb der GI abbildeten. Als weiteres Problem erweise sich, dass die GI oft mit kurzen Fristen zu Stellungnahmen aufgefordert werde, aber nicht auf geeignete vorbereitete Papiere in der Schublade zurückgreifen könne. Stellungnahmen könnten deshalb oft nicht schnell (genug) geliefert werden.
Wolf Zimmermann ergänzt zur rückläufigen Mitgliederentwicklung, dass seines Eindrucks nach viele aus der GI austräten, weil die GI fragwürdigen Aussagen aus der Politik, etwa dass bestimmte Berufsgruppen wie Programmierer ausstürben, nicht durch eigene Gegenstellungnahmen energisch entgegenträte. Friedrich merkt hierzu an, dass Stellungnahmen aus GI-Kreisen heraus oft nicht für die breite Öffentlichkeit als Zielgruppe geschrieben seien -- sie seien deshalb für diese oft unverdaulich. Öffentlichkeitswirksam ausformulierte Stellungnahmen seien deshalb tatsächlich eine Herausforderung, der sich die GI gegenüber sähe. Friedrich ergänzt weiters, dass in weiteren Kreisen bekannte Persönlichkeiten wie Manfred Broy und andere zwar oft Stellungnahmen abgäben, dies aber im jeweils eigenen Namen und nicht dem der GI täten. Oft scheine es auch so, dass an die Fachbereiche der GI weitergeleitete Anfragen zu Stellungnahmen schon bei deren Sprechern versickerten und nicht verfolgt würden. Hier sei die Initiative der Mitglieder gefragt; so könne man sich beispielsweise proaktiv bei der Berliner Geschäftsstelle melden und sein Interesse bei der Mitarbeit an Stellungnahmen zu bestimmten Themen bekunden.
Weitere Berichte gibt es nicht.
Wolf Zimmermann spricht an dieser Stelle den Wunsch aus, 2027 wieder einen gemeinsamen Vortrag oder eine gemeinsame Sitzung mit dem zeitgleich im Physikzentrum stattfindenden Workshop ``Reverse Software Engineering'' anzustreben.
Der Antrag, eine entsprechende Arbeitsgruppe zur Vorbereitung eines solchen Professorentreffens einzurichten, wird ohne Gegenstimmen bei zwei Enthaltungen mit großer Mehrheit angenommen und wird vom Fachgruppensprecher vorbereitet.
Der Fachgruppensprecher beschließt die diesjährige Mitgliederversammlung der Fachgruppe und freut sich auf ein Wiedersehen auf dem 43. Fachgruppentreffen vom 19. bis 21. Mai 2027 im Physikzentrum Bad Honnef!
Wichtige Handlungsaufträge für die einberufene AG:
Jens Knoop (Schriftführer)