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Dieser Hinweis ist aus der Übung im WS 1994/95 oder aus einer noch älteren Übung oder war nie Teil einer Übung und ist daher möglicherweise für spätere Übungen nicht gültig!


  Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich

               Gebrüder Grimm

In den alten Zeiten, wo das Wünschen noch
geholfen hat, lebte ein König, dessen Töchter
waren alle schön, aber die jüngste war so
schön, daß sich die Sonne selber, die doch so
vieles gesehen hat, darüber verwunderte so oft
sie ihr ins Gesicht schien. Nahe bei dem
Schlosse des Königs lag ein großer dunkler
Wald, und in dem Walde unter einer alten Linde
war ein Brunnen: wenn nun der Tag recht heiß
war, so ging das Königskind hinaus in den Wald,
und setzte sich an den Rand des kühlen
Brunnens, und wenn sie Langeweile hatte, so
nahm sie eine goldene Kugel, warf sie in die
Höhe und fing sie wieder; und das war ihr
liebstes Spielwerk.

Nun trug es sich einmal zu, daß die goldene
Kugel der Königstochter nicht in das Händchen
fiel, das sie ausgestreckt hatte, sondern neben
vorbei auf die Erde schlug, und geradezu ins
Wasser hinein rollte. Die Königstochter folgte
ihr mit den Augen nach, aber die Kugel
verschwand, und der Brunnen war tief, und gar
kein Grund zu sehen. Da fing sie an zu weinen,
und weinte immer lauter, und konnte sich gar
nicht trösten. Und wie sie so klagte, rief ihr
jemand zu ,,was hast du vor, Königstochter, du
schreist ja daß sich ein Stein erbarmen
möchte``. Sie sah sich um, woher die Stimme
käme, da erblickte sie einen Frosch, der seinen
dicken häßlichen Kopf aus dem Wasser streckte.
,,Ach, du bists, alter Wasserpatscher``, sagte
sie, ,,ich weine über meine goldne Kugel, die
mir in den Brunnen hinab gefallen ist.`` ,,Gib
dich zufrieden``, antwortete der Frosch, ,,ich
kann wohl Rat schaffen, aber was gibst du mir,
wenn ich dein Spielwerk wieder heraufhole?``
,,Was du willst, lieber Frosch``, sagte sie,
,,meine Kleider, meine Perlen und Edelsteine,
dazu die goldne Krone, die ich trage.`` Der
Frosch antwortete ,,deine Kleider, deine Perlen
und Edelsteine, deine goldne Krone, die mag ich
nicht: aber wenn du mich lieb haben willst, und
ich soll dein Geselle und Spielkamerad sein, an
deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem
goldnen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein
trinken, in deinem Bettlein schlafen: wenn du
mir das versprichst, so will ich dir die goldne
Kugel wieder aus dem Grunde hervor holen``.
,,Ach ja``, sagte sie, ,,ich verspreche dir
alles,, wenn du mir nur die Kugel wieder
bringst.`` Sie dachte aber ,,was der einfältige
Frosch schwätzt, der sitzt im Wasser bei seines
Gleichen, und quakt, und kann keines Menschen
Geselle sein``.

Der Frosch, als er die Zusage erhalten hatte,
tauchte seinen Kopf unter, sank hinab, und über
ein Weilchen kam er wieder herauf gerudert,
hatte die Kugel im Maul, und warf sie ins Gras.
Die Königstochter war voll Freude, als sie ihr
schönes Spielwerk wieder erblickte, hob es auf,
und sprang damit fort. ,,Warte, warte``, rief
der Frosch, ,,nimm mich mit, ich kann nicht so
laufen wie du.`` Aber was half ihm daß er ihr
sein quak quak so laut nachschrie als er
konnte! sie hörte nicht darauf, eilte nach
Haus, und hatte bald den armen Frosch
vergessen, der wieder in den tiefen Brunnen
hinab steigen mußte.

Am andern Tage, als sie mit dem König und allen
Hofleuten an der Tafel saß, und von ihrem
goldnen Tellerlein aß, da kam, plitsch platsch,
plitsch platsch, etwas die Marmortreppe herauf
gekrochen, und als es oben angelangt war,
klopfte es an der Tür, und rief
,,Königstochter, jüngste, mach mir auf``. Sie
lief und wollte sehen wer draußen wäre, als sie
aber aufmachte, so saß der Frosch davor. Da
warf sie die Tür hastig zu, setzte sich wieder
an den Tisch, und war ihr ganz angst. Der König
sah daß ihr das Herz gewaltig klopfte, und
sprach ,,ei, was fürchtest du dich, steht etwa
ein Riese vor der Tür, und will dich holen?``
,,Ach nein``, antwortete das Kind, ,,es ist
kein Riese, sondern ein garstiger Frosch, der
hat mir gestern im Wald meine goldene Kugel aus
dem Wasser geholt, dafür versprach ich ihm er
sollte mein Geselle werden, ich dachte aber
nimmermehr daß er aus seinem Wasser heraus
könnte: nun ist er draußen, und will zu mir
herein.`` Indem klopfte es zum zweitenmal und
rief

,,Königstochter, jüngste, mach mir auf, weißt
du nicht was gestern du zu mir gesagt bei dem
kühlen Brunnenwasser? Königstochter, jüngste,
mach mir auf.``

Da sagte der König ,,hast du's versprochen,
mußt du's auch halten; geh und mach ihm auf``.
Sie ging und öffnete die Türe, da hüpfte der
Frosch herein, ihr immer auf dem Fuße nach, bis
zu ihrem Stuhl. Da saß er und rief ,,heb mich
herauf zu dir``. Sie wollte nicht bis es der
König befahl. Als der Frosch auf den Stuhl
gekommen war, sprach er ,,nun schieb mir dein
goldenes Tellerlein näher, damit wir zusammen
essen``. Das tat sie auch, aber man sah wohl
daß sies nicht gerne tat. Der Frosch ließ sichs
gut schmecken, aber ihr blieb fast jedes
Bißlein im Halse. Endlich sprach er ,,nun hab
ich mich satt gegessen, und bin müde, trag mich
hinauf in dein Kämmerlein, und mach dein seiden
Bettlein zurecht, da wollen wir uns schlafen
legen``. Da fing die Königstochter an zu
weinen, und fürchtete sich vor dem kalten
Frosch, den sie nicht anzurühren getraute, und
der nun in ihrem schönen reinen Bettlein
schlafen sollte. Der König aber blickte sie
zornig an, und sprach ,,was du versprochen
hast, sollst du auch halten, und der Frosch ist
dein Geselle``. Es half nichts, sie mochte
wollen oder nicht, sie mußte den Frosch
mitnehmen. Da packte sie ihn, ganz bitterböse,
mit zwei Fingern, und trug ihn hinauf, und als
sie im Bett lag, statt ihn hinein zu heben,
warf sie ihn aus allen Kräften an die Wand und
sprach ,,nun wirst du Ruhe haben, du garstiger
Frosch``.

Was aber herunter fiel war nicht ein toter
Frosch, sondern ein lebendiger junger
Königssohn mit schönen und freundlichen Augen.
Der war nun von Recht und mit ihres Vaters
Willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Da
schliefen sie vergnügt zusammen ein, und am
andern Morgen, als die Sonne sie aufweckte, kam
ein Wagen herangefahren mit acht weißen Pferden
bespannt, die waren mit Federn geschmückt, und
gingen in goldenen Ketten, und hinten stand der
Diener des jungen Königs, das war der treue
Heinrich. Der treue Heinrich hatte sich so
betrübt, als sein Herr war in einen Frosch
verwandelt worden, daß er drei eiserne Bande
hatte müssen um sein Herz legen lassen, damit
es ihm nicht vor Weh und Traurigkeit
zerspränge. Der Wagen aber sollte den jungen
König in sein Reich abholen; der treue Heinrich
hob beide hinein, und stellte sich wieder
hinten auf, voller Freude über die Erlösung.

Und als sie ein Stück Wegs gefahren waren,
hörte der Königssohn hinter sich daß es
krachte, als wäre etwas zerbrochen. Da drehte
er sich um, und rief ,,Heinrich, der Wagen
bricht.`` ,,Nein, Herr, der Wagen nicht, es ist
ein Band von meinem Herzen, das da lag in
großen Schmerzen, als ihr in dem Brunnen saßt,
als ihr eine Fretsche (Frosch) was't (wart).``

Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem
Weg, und der Königssohn meinte immer der Wagen
bräche, und es waren doch nur die Bande, die
vom Herzen des treuen Heinrich absprangen, weil
sein Herr wieder erlöst und glücklich war.

English translation:
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