Hinweise zu Seminaren und Proseminaren

Diese Hinweise gelten für "Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens", "Wissenschaftliches Arbeiten" und "Seminar (mit Bakkalaureatsarbeit)".

Erstellung einer schriftlichen Ausarbeitung

Die Arbeit wird nach folgendem Schema aufgebaut: Nach der Überschrift und dem Namen des Autors steht eine Kurzfassung (Abstract, ca. 100 Wörter), die möglichst klar beschreibt, welches Thema bzw. Problem behandelt und welches Ergebnis erzielt wird. Da Überschrift und Kurzfassung die "Referenzkarten" der Arbeit sind, wird darauf besonderer Wert gelegt. Am besten überlegen Sie sich eine kurze Kernaussage, die Sie in den Mittelpunkt der Kurzfassung stellen. Das erste eigentliche Kapitel ist die Einleitung, in der eine Motivation für die Arbeit gegeben, das Umfeld der Arbeit beschrieben und auf wichtige verwandte Arbeiten verwiesen wird. Verwandte Arbeiten können auch in einem eigenen Kapitel am Ende des Artikels (vor der Zusammenfassung) beschrieben werden. Auch die Gliederung der Arbeit sollte in der Einleitung kurz erklärt sein. Die folgenden Kapitel richten sich nach dem Thema. Meist ist es günstig, zuerst das Problem und dann eine Lösung zu beschreiben. Untermauern Sie alle wichtigen Aussagen mit Literaturverweisen. Am Ende der Arbeit steht eine Zusammenfassung (Conclusions), in der die wichtigsten Methoden und Ergebnisse der Arbeit noch einmal kurz betont werden. Im Gegensatz zur Kurzfassung kann man in der Zusammenfassung unter Umständen auch die eigene Meinung einfließen lassen und den Standpunkt eines neutralen Beobachters verlassen. Zuletzt kommt eine annotierte Literaturliste. Achten Sie auf vollständige Literaturangaben und beschreiben Sie den Inhalt in jeweils ein bis zwei Sätzen. Denken sie daran, nach welchen Kriterien die Arbeit beurteilt wird und versuchen Sie, diese Kriterien so gut wie möglich zu erfüllen.

Literaturverweise

Alle Aussagen in Ihrer schriftlichen Ausarbeitung sollen mit Literaturverweisen untermauert sein. Solche Literaturverweise, zum Beispiel [1] und [2,3], können Sie an beliebigen Stellen im Text verwenden, wenn die Literatur in der Literaturliste mit der entsprechenden Nummerierung die Richtigkeit der Aussagen des Textes an dieser Stelle belegt. Schreiben Sie möglichst viele passende Literaturverweise. Statt durch Nummern können Sie zur Nummerierung in der Literaturliste und in Literaturverweisen auch Abkürzungen der Autoren mit Jahresangaben verwenden, zum Beispiel [BKP01]. Die annotierten Literaturliste Ihrer Arbeit soll mindestens fünf Einträge enthalten. Informationen zur Literatursuche finden Sie unter http://www.complang.tuwien.ac.at/franz/wissLiteratur.html.

Begutachtung einer schriftlichen Ausarbeitung

Jede schriftliche Ausarbeitung wird von zwei Kolleginnen oder Kollegen begutachtet. Begutachtungen sind immer subjektiv. Versuchen Sie trotzdem, das Begutachtungsformular (als LaTeX-Source, Postscript-Datei und PDF-Datei verfügbar) möglichst objektiv auszufüllen und überlegen Sie sich, wie man die Arbeit verbessern kann. Sie können ruhig schreiben, was Ihnen gut oder weniger gut gefällt. Ihr Gutachten wirkt sich NICHT auf die Note des Begutachteten aus. Als Verfasser einer schriftlichen Ausarbeitung sollen Sie die Kommentare Ihrer Gutachter so gut wie möglich in die Endfassung Ihrer Arbeit einfließen lassen.

Endfassung

Das Ergebnis der Lehrveranstaltung soll ein Seminarband sein, in dem die Endfassungen aller schriftlichen Beiträge enthalten sind. Sie sollen sich bei der Endfassung möglichst genau an die vorgegebenen Formvorschriften halten, damit der Seminarband ein einheitliches Erscheinungsbild bekommt: Verwenden Sie Papier der Größe DIN A4 und eine engzeilige 12-Punkt-Schrift. Lassen Sie links, rechts und oben einen freien Rand von jeweils ca. 2.5 cm (1 inch) und unten einen Rand von ca. 3 cm. Verwenden Sie KEINE eigene Seitennummerierung und KEINE Seitenüber- und -unterschriften. Die Endfassung muss mindestens vier und darf höchstens sechs Seiten lang sein. In der ersten Fassung brauchen Sie sich nicht an diese Formvorschriften halten. Sie sollten aber die Länge des Textes beachten.

Vortrag

Für den Vortrag haben Sie maximal 25 Minuten Zeit. Trotzdem müssen Sie ein kompliziertes Thema verständlich und möglichst vollständig und genau präsentieren. Überlegen Sie sich also, was Sie sagen und was Sie besser weglassen. Am besten stellen Sie die Kernaussage Ihrer schriftlichen Arbeit auch in den Mittelpunkt des Vortrags. Beachten Sie, dass Sie nicht genug Zeit haben, um komplizierte Formeln und verzwickte Detailprobleme, die in der schriftlichen Arbeit behandelt werden sollten, genau zu erklären. Als Hilfsmittel können Sie Folien verwenden. Diese sollten möglichst übersichtlich gestaltet sein - maximal 10 bis 12 Textzeilen. Noch besser wäre es, Folien nur für Zeichnungen, Tabellen und Beispiele zu verwenden.

Session chair

Am Ende jedes Vortrags leitet ein Teilnehmer, der session chair, eine ca. fünfminütige Diskussion. Scheuen Sie sich nicht, Fragen an den Vortragenden zu stellen. Der Diskussionsleiter muss dafür sorgen, dass die Diskussion zustande kommt und nicht ausartet. Überlegen Sie sich auch als Vortragender, welche Fragen kommen könnten und wie Sie darauf antworten würden. Weitere Aufgaben des session chairs sind, den Vortagenden vorzustellen und beim Vortrag zu unterstützen, sowie auf die Einhaltung der vorgegebenen Vortragszeit zu achten.