Objektorientierte Programmiertechniken
LVA 185.A01, VU, 3 ECTS, 2015/2016 W

7. Übungsaufgabe

Themen:

kovariante Probleme, mehrfaches dynamisches Binden

Termine:

Ausgabe: 25.11.2015
Abgabe: 2.12.2015, 12:00 Uhr

Abgabeverzeichnis:

Aufgabe7

Programmaufruf:

java Test

Grundlage:

Skriptum, Schwerpunkt auf den Abschnitten 3.3.3 und 3.4

Aufgabe

Welche Aufgabe zu lösen ist:

In einem Bauholzlager werden vier Arten von Bauholz gelagert: Von jedem Bauholz ist die Länge in cm und der Preis in Cent bekannt, bei Rundholz weiters der Durchmesser in cm und bei Kantholz die Breite und Höhe in cm. Eine Zimmerei verwendet das Bauholz zur Konstruktion von Dachstühlen, dabei muss die Länge und die Art des Bauholzes passen. Dachstühle für Wohnbauten werden aus dem teureren gehobelten Bauholz gezimmert, Dachstühle für Nutzbauten aus dem billigeren sägerauhen Bauholz. Falls bei Nutzbauten kein passendes sägerauhes Bauholz vorhanden ist, darf auch das teurere gehobelte Bauholz verwendet werden. Dachstühle für Steinbauten werden aus Kantholz gezimmert, Dachstühle für Holzbauten aus Rundholz.

Entwickeln Sie ein Programm zur Verwaltung des Bauholzlagers und der Konfiguration von Dachstühlen. Zumindest folgende Methoden sind zu entwickeln:

Die Klasse Test soll wie üblich die wichtigsten Normal- und Grenzfälle überprüfen und die Ergebnisse in allgemein verständlicher Form darstellen. Dabei sind Instanzen aller in der Lösung vorkommenden Typen zu erzeugen. Auch für Lager und Dachstühle sind eigene Objekte zu erzeugen und mindestens 3 unterschiedliche Dachstühle sind zu testen. Testfälle sind so zu gestalten, dass sich deklarierte Typen von Variablen im Allgemeinen von den dynamischen Typen ihrer Werte unterscheiden.

Daneben soll die Datei Test.java wie gewohnt als Kommentar eine kurze, aber verständliche Beschreibung der Aufteilung der Arbeiten auf die einzelnen Gruppenmitglieder enthalten – wer was gemacht hat.

In der Lösung der Aufgabe dürfen Sie folgende Sprachkonzepte nicht verwenden:

Bauen Sie Ihre Lösung stattdessen auf (mehrfaches) dynamisches Binden auf.

Warum die Aufgabe diese Form hat:

Die Aufgabe lässt Ihnen viel Entscheidungsspielraum. Es gibt zahlreiche sinnvolle Lösungsvarianten. Die Form der Aufgabe legt die Verwendung kovarianter Eingangsparametertypen nahe, die aber tatsächlich nicht unterstützt werden. Daher wird mehrfaches dynamisches Binden (durch simulierte Multi-Methoden bzw. das Visitor-Pattern) bei der Lösung hilfreich sein. Alternative Techniken, die auf Typumwandlungen und dynamischen Typabfragen beruhen, sind ausdrücklich verboten. Durch dieses Verbot wird die Notwendigkeit für dynamisches Binden noch verstärkt. Sie sollen sehen, wie viel mit dynamischem Binden möglich ist, aber auch, wo ein übermäßiger Einsatz zu Problemen führen kann.

Was im Hinblick auf die Beurteilung zu beachten ist:

Die insgesamt 100 für diese Aufgabe erreichbaren Punkte sind folgendermaßen auf die zu erreichenden Ziele aufgeteilt:

(mehrfaches) dynamisches Binden richtig verwendet, sinnvolle minimale Typhierarchie, möglichst geringe Anzahl an Methoden und gute Wiederverwendung 40 Punkte
Lösung wie vorgeschrieben und sinnvoll getestet 20 Punkte
Zusicherungen richtig und sinnvoll eingesetzt 15 Punkte
Geforderte Funktionalität vorhanden (so wie in Aufgabenstellung beschrieben) 15 Punkte
Sichtbarkeit auf so kleine Bereiche wie möglich beschränkt 10 Punkte

Schwerpunkte bei der Beurteilung liegen auf der selbständigen Entwicklung geeigneter Untertypbeziehungen und dem Einsatz (mehrfachen) dynamischen Bindens. Kräftige Punkteabzüge gibt es für

Punkteabzüge gibt es unter anderem auch für mangelhafte Zusicherungen, schlecht gewählte Sichtbarkeit und unzureichendes Testen (z.B. wenn grundlegende Funktionalität nicht überprüft wird).

Wie die Aufgabe zu lösen ist:

Vermeiden Sie Typumwandlungen, dynamische Typabfragen und verbotene bedingte Anweisungen von Anfang an, da es schwierig ist, diese aus einem bestehenden Programm zu entfernen. Akzeptieren Sie in einem ersten Entwurf eher kovariante Eingangsparametertypen bzw. Multimethoden und lösen Sie diese dann so auf, dass Java damit umgehen kann (unbedingt vor der Abgabe, da sich sonst sehr schwere Fehler ergeben).

Halten Sie die Anzahl der Klassen, Interfaces und Methoden möglichst klein und überschaubar. Durch die Aufgabenstellung ist eine große Anzahl an Klassen und Methoden ohnehin kaum vermeidbar, und durch weitere unnötige Strukturierung oder Funktionalität könnten Sie leicht den Überblick verlieren.

Es gibt mehrere sinnvolle Lösungsansätze. Bleiben Sie bei dem ersten von Ihnen gewählten sinnvollen Ansatz und probieren Sie nicht zu viele Ansätze aus, damit Ihnen nicht die Zeit davonläuft. Unterschiedliche sinnvolle Ansätze führen alle zu etwa demselben hohen Implementierungsaufwand.

Was im Hinblick auf die Abgabe zu beachten ist:

Gerade für diese Aufgabe ist es besonders wichtig, dass Sie (abgesehen von geschachtelten Klassen) nicht mehr als eine Klasse in jede Datei geben und auf aussagekräftige Namen achten. Sonst ist es schwierig, sich einen Überblick über Ihre Klassen und Interfaces zu verschaffen. Achten Sie darauf, dass Sie keine Java-Dateien abgeben, die nicht zu Ihrer Lösung gehören (alte Versionen, Reste aus früheren Versuchen, etc.).
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