Objektorientierte Programmiertechniken
LVA 185.A01, VU, 3 ECTS, 2014/2015 W
| Ausgabe: | 26.11.2014 |
| Abgabe: | 03.12.2014, 12:00 Uhr |
Simulieren sie das Ameisenlabyrinth mittels eines nebenläufigen Java-Programms. Stellen sie dabei jede Ameise durch einen eigenen Thread dar. Jede Ameise bewegt sich nach einer gewissen Zeit (wenige Millisekunden (5-20) zufallsgesteuert) von einem Feld zum nächsten. Falls alle vier benachbarten Felder blockiert sind, bleibt die Ameise auf dem aktuellen Feld stehen. Simulieren Sie Wartezeiten mittels der Methode Thread.sleep(n). Achtung: sleep behält alle Monitore (= Locks); Sie sollten sleep daher nicht innerhalb einer synchronized-Methode oder -Anweisung aufrufen, wenn während der Wartezeit von anderen Threads aus auf dasselbe Objekt zugegriffen werden soll. Implementieren Sie zumindest drei unterschiedliche Fortbewegungsstrategien (z.B. zufallsgesteuert; zuerst nach oben, dann rechts, dann unten, dann links). Setzen Sie in der Anfangsphase der Simulation immer eine neue Ameise auf das Eingangsfeld, sobald sich darauf weniger als zwei Ameisen befinden und die Anzahl der Ameisen kleiner als ein Zehntel der Anzahl der Labyrinthfelder ist. Jede Ameise soll dabei unterschiedlich konfiguriert werden (Fortbewegungsstrategie, Fortbewegungszeit). Experimentieren Sie mit unterschiedlichen Werten für die Reduktion der Pheromondosis abhängig von der Größe des Labyrinths.
Wenn die erste Ameise die maximale Anzahl an Bewegungen (abhängig von der Größe des Labyrinths) erreicht hat, geben Sie von allen Ameisen die Position (X- und Y-Koordinate eines Feldes) und die aktuelle Pheromondosis aus und beenden alle Threads. Verwenden Sie Thread.interrupt() um einen Thread zu unterbrechen. Ein Labyrinth darf in jeder Dimension (waagrecht und senkrecht) nicht mehr als 50 Felder haben. Wählen Sie eine Ameise als Leitameise aus. Geben sie immer, wenn diese Leitameise eine Bewegung gemacht hat, das Labyrinth mit Mauern und Pheromonwert des Feldes zeilenweise am Bildschirm aus. Wechseln sie dabei immer eine Zeile mit Informationen und einer Zeile mit waagrechten Mauern ab. Verwenden Sie den Buchstaben "|" für eine senkrechte Mauer, die zwei Buchstaben "--" für eine waagrechte Mauer die Ziffern 0-9 für die Felder, wobei die Ziffer die Menge an Duftstoffen in Prozent des Maximalwertes aller Felder anzeigt (0 für 0%-10%, 1 für 10%-20%, ..., 9 für 90% und mehr), zum Beispiel so:
0 0|2 4 6 8 9|9
-------- --
0|5 4 5 6 7|0 0
-------
0|6 7 8 6 4 2|0
1|7 8 9|7|2 0|0
---- --
3 5 7 9 8|0 0 0
Die Klasse Test soll (nicht interaktiv) Testläufe von Ameisenlabyrinths durchführen und die Ergebnisse in allgemein verständlicher Form in der Standardausgabe darstellen. Bitte achten Sie darauf, dass die Testläufe nach kurzer Zeit terminieren (maximal 10 Sekunden für alle zusammen). Bitte achten Sie darauf, dass die Testläufe keine Systemlimits wie maximale Anzahl an gleichzeitig aktiven Threads auf dem Abgaberechner (g0) überschreiten. Führen Sie mindestens drei Testläufe mit unterschiedlichen Einstellungen durch:
Daneben soll die Datei Test.java wie gewohnt als Kommentar eine kurze, aber verständliche Beschreibung der Aufteilung der Arbeiten auf die einzelnen Gruppenmitglieder enthalten – wer was gemacht hat.
| Synchronisation richtig verwendet, auf Vermeidung von Deadlocks geachted, sinnvolle Synchronisationsobjekte gewählt, kleine Synchronisationsbereiche | 45 Punkte |
| Lösung wie vorgeschrieben und sinnvoll getestet | 20 Punkte |
| Zusicherungen richtig und sinnvoll eingesetzt | 15 Punkte |
| Geforderte Funktionalität vorhanden (so wie in Aufgabenstellung beschrieben) | 15 Punkte |
| Sichtbarkeit auf so kleine Bereiche wie möglich beschränkt | 5 Punkte |
Der Schwerpunkt bei der Beurteilung liegt auf korrekter nebenläufiger Programmerierung und der richtigen Verwendung von Synchronisation sowie dem damit in Zusammenhang stehenden korrekten Umgang mit Exceptions. Punkteabzüge gibt es für
Testen Sie Ihre Lösung bitte rechtzeitig auf der g0, da es im Zusammenhang mit Nebenläufigkeit große Unterschiede zwischen den einzelnen Plattformen geben kann. Ein Programm, das auf einem Rechner problemlos funktioniert, kann auf einem anderen Rechner (durch winzige Unterschiede im zeitlichen Ablauf) plötzlich nicht mehr funktionieren. Stellen Sie sicher, dass die maximale Anzahl an Threads und der maximale Speicher nicht überschritten werden. Dazu ist es sinnvoll, dass Sie im Threadkonstruktor explizit die Stackgröße mit einem kleinen Wert angeben (z.B. 16k).
Nebenläufigkeit kann die Komplexität eines Programms gewaltig erhöhen. Achten Sie daher besonders darauf, dass Sie den Programm-Code so klein und einfach wie möglich halten. Jede unnötige Anweisung kann durch zusätzliche Synchronisation (oder auch fehlende Synchronisation) eine versteckte Fehlerquelle darstellen und den Aufwand für die Fehlersuche um vieles stärker beeinflussen als in einem sequentiellen Programm.