Objektorientierte Programmiertechniken
LVA 185.A01, VU, 3 Ects, 2013/2014 W
| Ausgabe: | 27.11.2013 |
| Abgabe: | 11.12.2013, 12:00 Uhr |
Simulieren sie das Bakterienwachstum in einer Petrischale mittels eines nebenläufigen Java-Programms. Stellen sie dabei jede Bakterienzelle und jede Pilzzelle durch einen eigenen Thread dar. Jedes Bakterium teilt sich nach einer gewissen Zeit (wenige Millisekunden (5-50)) abhängig von der Menge an Nährlösung (z.B. 10ms 75%-100%, 20 ms 50%-75%, 30ms 25% bis 50%, Absterben unter 25%). Jeder Pilz vervielfältigt sich nach einer fixen Zeiteinheit (z.B. 50ms). Bei jeder Teilung oder Vervielfältigung wird eine fixe Menge an Nährlösung verbraucht (z.B. 3%). Zählen Sie die Anzahl der Teilungen für jedes Bakterium und jeden Pilz mit, eine kopierte Zelle erhält dabei als Startwert die Teilungsanzahl der Mutterzelle. Simulieren Sie Wartezeiten mittels der Methode Thread.sleep(n). Achtung: sleep behält alle Monitore (= Locks); Sie sollten sleep daher nicht innerhalb einer synchronized-Methode oder -Anweisung aufrufen, wenn während der Wartezeit von anderen Threads aus auf dasselbe Objekt zugegriffen werden soll. Wenn ein Bakterium die maximale Teilungszahl (32) erreicht hat, oder alle Bakterien abgestorben sind, geben Sie von allen lebenden Zellen die Zellinformationen aus und beenden alle Threads. Verwenden Sie Thread.interrupt() um einen Thread zu unterbrechen, geben Sie die Zellposition (X- und Y-Koordinate eines Feldes bei zweidimensionaler Petrischalenimplementierung oder fortlaufende Nummer eines Feldes bei eindimensionaler Implementierung einer Petrischale) und die Teilungszahl aus, und beenden Sie den Thread. Eine Petrischale darf in jeder Dimension (waagrecht und senkrecht) nicht mehr als 80 Zellen haben. Geben sie immer, wenn sich eine Pilzgeneration vervielfältigt hat, eine Petrischale zeilenweise am Bilschirm aus. Verwenden Sie den Buchstaben "o" für eine Feld, das mit einem Bakterium belegt ist, den Buchstaben "x" für eine Feld, das mit einem Pilz belegt ist und die Ziffern 0-9 für die restlichen Felder, wobei die Ziffer die Menge an Nährlösung anzeigt (0 für 0%-10%, 1 für 10%-20%, ..., 9 für 90%-100%), zum Beispiel so:
9 9 9 x 9 9 x 9 o o 9 x x x x 9 o o o o 9 9 9 9 o o o o o o 9 9 o o o 9 9 9 9 9
Die Klasse Test soll (nicht interaktiv) Testläufe der Petrischale durchführen und die Ergebnisse in allgemein verständlicher Form in der Standardausgabe darstellen. Bitte achten Sie darauf, dass die Testläufe nach kurzer Zeit terminieren (maximal 10 Sekunden für alle zusammen). Bitte achten Sie darauf, dass die Testläufe keine Systemlimits wie maximale Anzahl an gleichzeitig aktiven Threads auf dem Abgaberechner (g0) überschreiten. Führen Sie mindestens drei Testläufe mit unterschiedlichen Einstellungen durch:
Daneben soll die Datei Test.java wie gewohnt als Kommentar eine kurze, aber verständliche Beschreibung der Aufteilung der Arbeiten auf die einzelnen Gruppenmitglieder enthalten – wer was gemacht hat.
| Synchronisation richtig verwendet, auf Vermeidung von Deadlocks geachted, sinnvolle Synchronisationsobjekte gewählt, kleine Synchronisationsbereiche | 45 Punkte |
| Lösung wie vorgeschrieben und sinnvoll getestet | 20 Punkte |
| Zusicherungen richtig und sinnvoll eingesetzt | 15 Punkte |
| Geforderte Funktionalität vorhanden (so wie in Aufgabenstellung beschrieben) | 15 Punkte |
| Sichtbarkeit auf so kleine Bereiche wie möglich beschränkt | 5 Punkte |
Der Schwerpunkt bei der Beurteilung liegt auf korrekter nebenläufiger Programmerierung und der richtigen Verwendung von Synchronisation sowie dem damit in Zusammenhang stehenden korrekten Umgang mit Exceptions. Punkteabzüge gibt es für
Testen Sie Ihre Lösung bitte rechtzeitig auf der g0, da es im Zusammenhang mit Nebenläufigkeit große Unterschiede zwischen den einzelnen Plattformen geben kann. Ein Programm, das auf einem Rechner problemlos funktioniert, kann auf einem anderen Rechner (durch winzige Unterschiede im zeitlichen Ablauf) plötzlich nicht mehr funktionieren. Stellen Sie sicher, dass die maximale Anzahl an Threads und der maximale Speicher nicht überschritten werden. Dazu ist es sinnvoll, dass Sie im Threadkonstruktor explizit die Stackgröße mit einem kleinen Wert angeben (z.B. 16k).
Nebenläufigkeit kann die Komplexität eines Programms gewaltig erhöhen. Achten Sie daher besonders darauf, dass Sie den Programm-Code so klein und einfach wie möglich halten. Jede unnötige Anweisung kann durch zusätzliche Synchronisation (oder auch fehlende Synchronisation) eine versteckte Fehlerquelle darstellen und den Aufwand für die Fehlersuche um vieles stärker beeinflussen als in einem sequentiellen Programm.