Objektorientierte Programmiertechniken
LVA 185.A01, VU 2.0, 2011 W
| Ausgabe: | 09.11.2011 |
| reguläre Abgabe: | 16.11.2011, 13:45 Uhr |
| nachträgliche Abgabe: | 23.11.2011, 13:45 Uhr |
public interface Polygon { // maybe not regular
int edges(); // number of edges >= 3
double area(); // > 0.0 (Flächeninhalt)
double perimeter(); // > 0.0 (Umfang)
}
Es sollen folgende Typen (also Klassen, abstrakte Klassen oder Interfaces) als Untertypen von Polygon erstellt werden:
Versehen Sie (abstrakte) Klassen und Interfaces mit allen notwendigen Zusicherungen (entsprechend obigen Beschreibungen) und stellen Sie sicher, dass Sie nur dort eine Vererbungsbeziehung (extends oder implements) verwenden, wo tatsächlich eine Untertypbeziehung (auch hinsichtlich der Zusicherungen) besteht. Zwischen je zwei Untertypen von Polygon soll eine Untertypbeziehung bestehen, wenn dies aufgrund der Schnittstellen und Zusicherungen möglich ist.
Sorgen Sie dafür, dass alle Methoden, die dasselbe Verhalten aufweisen, mit möglichst wenig Wissen über die Klasse eines Objekts aufrufbar sind. Sie können zu diesem Zweck zusätzliche (abstrakte) Klassen und Interfaces einführen, die Sie als vorteilhaft erachten. Die Typstruktur soll trotzdem möglichst einfach und klein bleiben, wobei jedoch alle oben genannten Typen (mit den vorgegebenen Namen) vorkommen müssen, auch solche, die Sie vielleicht für nicht nötig erachten.
Schreiben Sie eine Klasse Test zum Testen Ihrer Lösung. Erzeugen Sie Instanzen aller oben genannter Typen, wobei aufgrund von Polymorphismus ein einziges Objekt natürlich auch mehrere Typen abdecken kann. Überprüfen Sie so gut Sie können mittels Testfällen, ob dort, wo Sie eine Untertypbeziehung annehmen, Ersetzbarkeit gegeben ist. Wenn zwischen zwei der oben beschriebenen Typen keine Untertypbeziehung besteht, geben Sie in einem Kommentar in der Testklasse ein kurzes Beispiel an, in dem die Ersetztbarkeit verletzt ist.
Eine Grundlage für das Auffinden der Untertypbeziehungen sind gute Zusicherungen. Wesentliche Zusicherungen kommen bereits in obigen Beschreibungen der benötigten Typen vor. Sie brauchen die einzelnen Beschreibungsteile nur mehr richtig zuordnen. Zusätzlich sind vielleicht Bedingungen auf Parametern nötig, um die Zusicherungen in Polygon zu erfüllen. Untertypbeziehungen ergeben sich aus den erlaubten Beziehungen zwischen Zusicherungen in Unter- und Obertypen. Es hat sich als günstig erwiesen, alle Zusicherungen, die in einem Obertyp gelten, im Untertyp direkt bei den betroffenen Methoden nochmals hinzuschreiben, da sie sonst leicht übersehen werden.
Vergewissern Sie sich der Korrektheit der Untertypbeziehungen zusätzlich über geeignete Testfälle. Die Anzahl der Testfälle ist nicht entscheidend, wohl aber deren Qualität: Es kommt darauf an, dass die Testfälle mögliche Verletzungen der Ersetzbarkeit aufdecken können. Umgekehrt sollen Sie sich auch vergewissern, dass Sie keine Gelegenheit für Untertypbeziehungen verpasst haben, indem Sie Beispiele dafür finden, wie angenommene Untertypbeziehungen das Ersetzbarkeitsprinzip verletzen würden. Schreiben Sie die Gegenbeispiele als Kommentare neben den Testfällen für Ersetzbarkeit in die Testklasse.
Zusicherungen in Testklassen werden aus praktischen Überlegungen bei der Beurteilung nicht berücksichtigt. Sorgen Sie aber bitte dafür, dass ein Aufruf von java Test einigermaßen nachvollziehbaren Output generiert.
Zur Lösung dieser Aufgabe müssen Sie Untertypbeziehungen und vor allem den Einfluss von Zusicherungen auf Untertypbeziehungen im Detail verstehen. Holen Sie sich entsprechende Informationen aus Kapitel 2 des Skriptums. Folgende zusätzlichen Informationen könnten hilfreich sein:
Lassen Sie sich von der Form der Beschreibung der benötigten Typen nicht täuschen. Daraus, dass die Beschreibung eines Typs die Beschreibung eines anderen Typs teilweise wiederholt, folgt noch keine Ersetzbarkeit. Generell sind Sie wahrscheinlich auf dem falschen Weg, wenn es den Anschein hat, A könne Untertyp von B und B gleichzeitig Untertyp von A sein, obwohl A und B ungleich sind.
Achten Sie auf richtige Sichtbarkeit. Alle oben beschriebenen Typen und Methoden sollen überall verwendbar sein. Die Sichtbarkeit von Implementierungsdetails und insbesondere von Variablen soll aber so stark wie möglich eingeschränkt werden.
Bitte verwenden Sie in dieser und den folgenden Aufgaben keine Unterverzeichnisse im Abgabeverzeichnis (und damit auch keine Pakete). Das Verbot von Unterverzeichnissen hat sich zur Vermeidung vielfältiger Probleme bei der Abgabe und Beurteilung bewährt.
Schreiben Sie nicht mehr als eine Klasse in jede Datei (ausgenommen geschachtelte Klassen), halten Sie sich an übliche Namenskonventionen in Java (Großschreibung für Namen von Klassen und Interfaces, kleine Anfangsbuchstaben für Variablen und Methoden, etc.), und verwenden Sie die Namen, die in der Aufgabenstellung vorgegeben sind.
Damit erhöhen Sie die Lesbarkeit Ihrer Programme ganz wesentlich.
Außerdem können derartige Fehler
zu Punkteverlusten führen.
Übernehmen Sie das vorgegebene Interface Polygon bitte unverändert. Sie müssen die Datei selbst erzeugen, da im Abgabeverzeichnis vorinstallierte Dateien leicht zu Problemen bei der Abgabe führen können.