Fortgeschrittene objektorientierte Programmierung
LVA 185.211, VL 2.0, 2006 S

2. Übungsaufgabe

Lernen Sie Eiffel und entwickeln Sie ein Programm in Eiffel (siehe unten). Ziel der Aufgabe ist das Sammeln von Erfahrungen zu Umfangreiche Informationen zur Programmiersprache Eiffel (Tutorials, Bücher, Beispiele, etc.) finden Sie unter dem Cetus-Link zu Eiffel. Zur Lösung der Übungsaufgabe können Sie zwischen zwei verschiedenen Eiffel-Systemen wählen: ISE-Eiffel als kommerzielles System mit umfangreicher Entwicklungsumgebung (empfohlen) und SmartEiffel als open source System (GNU, eher nur für Puristen). Da sich die Bibliotheken dieser beiden Systeme stark voneinander unterscheiden, ist eine Portierung von einem System auf das andere oft mit erheblichem Aufwand verbunden.

ISE-Eiffel:

Die Firma ISE wurde von Bertrand Meyer, dem Entwickler von Eiffel, gegründet und vertreibt vor allem Eiffel-Produkte und Support. Eine Kopie der kommerziellen Softwareentwicklungsumgebung EiffelStudio wurde der TU Wien freundlicherweise gratis zur Verfügung gestellt. Sie können diese Entwicklungsumgebung in der Übung auf der b3 verwenden. Durch den Befehl estudio wird EiffelStudio gestartet. Diese Software stellt Ihnen alle Funktionen zur Verfügung, die Sie zur Lösung der Aufgabe brauchen (und noch viel mehr). Sowohl zu EiffelStudio als auch zu Eiffel selbst finden Sie umfangreiche online Dokumentation.

Es gibt eine etwas abgespeckte frei verfügbare Version von Eiffel-Studio, die Sie auf Ihrem eigenen Rechner installieren können. Für die Übung ist diese freie Version vollkommen ausreichend.

SmartEiffel:

SmartEiffel wurde (ursprünglich unter dem Namen SmallEiffel) als GNU-Projekt entwickelt, um neben dem kommerziellen ISE-Eiffel auch ein frei verfügbares open source Eiffel zu haben. Aus rechtlichen und historischen Gründen gibt es bedeutende Unterschiede zwischen SmartEiffel und ISE-Eiffel, vor allem hinsichtlich der Bibliotheken. SmartEiffel ist derzeit auf der b3 nicht installiert. Obwohl SmartEiffel keine integrierte Entwicklungsumgebung besitzt, ist es für diese Übung vollkommen ausreichend (wenn Sie den frei verfügbaren Compiler auf einem eigenen Rechner installieren).

Aufgabe:

Folgende Aufgabenstellung soll als Anregung dienen. Wenn Sie wollen, können Sie in Eiffel auch eine andere Aufgabe vergleichbaren Umfangs lösen, durch die Sie die eingangs genannten Erfahrungen sammeln.

Schreiben Sie ein Programm zur Verwaltung von Konten. Jedes Konto verfügt über Angaben zu den Zeichnungsberechtigten, einen Kreditrahmen (bei dessen Überschreitung die Bank in der Regel keine weitere Überziehung zulässt), je einen Prozentsatz für die Sollverzinsung (Zinsen für den Betrag, um den das Konto überzogen ist) und Habenverzinsung (Zinsen für das Guthaben am Konto) und den aktuellen Betrag am Konto. Es sollen Operationen für Bareinzahlungen, Barauszahlungen, Überweisungen zwischen Konten sowie Abfragen und Änderungen der zu den Konten gespeicherten Daten (ausgenommen Änderungen des Guthabens) unterstützt werden.

Auf Konten sollen zumindest folgende Zusicherungen gelten: Die Verzinsung und der Kreditrahmen sollen stets innerhalb der vom Kreditinstitut vorgegebenen Grenzen bleiben. Es gibt einen Mindestbetrag von 5 Euro für jede Einzahlung, Auszahlung und Überweisung.

Entwickeln Sie zwei Untertypen des Kontos: Ein Studentenkonto und ein Pensionskonto. Diese Arten von Konten sollen jeweils nur einen Zeichnungsberechtigten haben, der Student bzw. Pensionist ist. Überprüfen Sie, ob die Zeichnungsberechtigten tatsächlich die richtigen Typen haben, wobei Student und Pensionist Untertypen von Person sind. Studenten- und Pensionskonten sollen folgende Unterschiede zu normalen Konten aufweisen: Für Verzinsungen und Kreditrahmen gelten engere Grenzen als bei normalen Konten, dafür gelten niedrigere Mindestbeträge für Einzahlungen, Auszahlungen und Überweisungen (1 Euro). Überlegen Sie sich weitere Zusicherungen, die die Möglichkeiten und vor allem Grenzen von Zusicherungen in Eiffel demonstrieren.

Schreiben Sie ein einfaches Programm zum Testen der Konten (interaktiv oder auch nicht), das die Einschränkungen von CAT calls auslotet. Achten Sie generell auf ein sinnvolles Sichtbarmachen von features in anderen Programmteilen.

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